Die Gablonzer Industrie hat ihre Wurzeln in der böhmischen Stadt JALONEC ca. 100 Km nördlich von Prag und gehörte ursprünglich zur Österreichischen Monarchie.
Um 1550 entstanden in Gablonz erste Glashütten und Schleifereien; ab 1750 fertigte man Glasperlen, später auch Lusterbehang, Knöpfe und farbige Glassteine. Die Kunst, Glas als Schmuckelement zu nutzen, führte gegen Ende des 18. Jahrhunderts zur Entstehung des weltberühmten Modeschmucks.
Mit der Industrialisierung setzte ein rasantes Wachstum ein. Gablonzer Glasperlen und Edelstein-Imitate waren international begehrte Handelswaren, ebenso der berühmte Gablonzer Christbaumschmuck.
Die napoleonischen Kriege bremsten den Handel kurzfristig, doch nach dem Wiener Kongress 1815 stieg Gablonz zu einem globalen Schmuckzentrum auf.
Aus der Region stammt auch Daniel Swarovski, der mit seiner neuartigen Schleifmaschine später in Tirol – wo er geschickt die Wasserkraft nutzte - Weltruhm erlangte.
Trotz politischer Unruhen und Auswanderungswellen blieb Gablonz bis ins frühe 20. Jahrhundert das Zentrum der Mode- und Christbaumschmuckerzeugung. Nach dem Ersten Weltkrieg erlebte die Branche einen neuerlichen Boom in Paris, London und New York.
Tausende Fachkräfte produzierten täglich große Mengen an Bijouterie, die von Gablonz aus in alle Welt verschickt wurden – bis hin nach Indien, wohin das Frachtschiff „Gablonz“ regelmäßig Glasperlen lieferte.
Der Zweite Weltkrieg brachte die florierende Industrie mit rund 4.000 Betriebe zum Erliegen. Mit der Vertreibung der deutschen Bevölkerung zerstreute sich dieses großartige Netzwerk: So entstanden in Westdeutschland neue Standorte, vor allem in Kaufbeuren. Auch in Österreich bildeten sich neue Zentren, etwa in Enns und Kremsmünster.
Heute steht die Gablonzer Industrie vor allem für hochwertigen Modeschmuck und modische Accessoires. Darüber hinaus beliefern ihre Betriebe auch die Automobil-, Luft- und Raumfahrtindustrie, sowie die Medizin- und Sanitärtechnik mit Präzisionsteilen.
Die Branche ist heute geprägt von kleinen, hochspezialisierten Unternehmen, deren Kompetenzen von der Glas- und Metallverarbeitung über Kunststofftechnik bis zum Werkzeugbau reichen.
Aber auch kleine Familienbetrieben fertigen seit Generationen mit traditionellen Werkzeugen und Formen mundgeblasenen Christbaumschmuck, Weihnachtsdekorationen oder hübsche Broschen.
Mit meinem in Gablonz von Maria Stransky handgefertigten Christbaumschmuck möchte ich dieser wunderschönen Glastradition mit österreichischen Wurzeln die Ehre erweisen und die Begeisterung an die jüngeren Generationen weitergeben.
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Laura R. (Montag, 08 Dezember 2025 08:29)
Wow! Ein sehr informativer Beitrag und schöne Bilder. Mir war gar nicht bewusst, dass der Ursprung so weit in der Vergangenheit liegt.